Depeche Mode: "Das haben wir uns verdient"
Nach 26 Jahren veröffentlichen Depeche Mode ihr erstes "Best of"-Album. Ein Interview mit dem Keyboarder Andrew Fletcher.
Es gibt bereits einige Depeche-Mode-Compilations. Was ist der Unterschied zum "Best of"-Album?
Es ist keine Veröffentlichung für den großen Fan. Der hat die Lieder sowieso. Die Platte richtet sich mehr an den Durchschnittsmenschen von der Straße, der nur wenige Depeche-Mode-Platten oder auch gar keine hat. Und der lieber nur eine als mehrere CDs kaufen will.
Sie suchen also trotz großer Erfolge noch neue Anhänger?
Wir sind immer auf der Suche nach weiteren Fans und nach möglichst vielen Menschen, die unsere Musik hören. Und eine Band, die es seit mehr als 25 Jahren gibt, hat es einfach verdient, ein "Best of"-Album zu haben.
Warum hatten Sie das Gefühl, jetzt sei die Zeit für eine solche Platte gekommen?
Wir hatten das eigentlich schon lange vor. Aber wir wollten erst unsere Tour beenden. Und bevor wir nächstes Jahr ein neues Studioalbum veröffentlichen, war jetzt die perfekte Zeit für eine "Best of"-Platte.
Wie haben Sie die Songs ausgewählt, nur mit Blick auf frühere Chartpositionen?
Wir haben viel diskutiert, es war schwer. Jeder große Depeche-Mode-Fan hat wahrscheinlich eine komplett andere Liste mit Lieblingssongs. Aber wir haben übrigens auch einen neuen und sehr eingängigen Song auf der Platte: "Martyr".
Warum wurde ein einzelner neuer Song ergänzt?
Wir hatten das Lied zurückgehalten, als wir unser letztes Album "Playing the Angel" machten. Wir dachten uns schon damals, dass es eine gute Single abgeben würde. Und ein neuer Song ist gut zur Promotion. Sind wir nicht clever?
Welches Lied ist Ihr liebstes, was wollten Sie unbedingt auf dem Album haben?
Ich verbinde mit jedem Song viele Erinnerungen, zum Beispiel wie wir ihn aufgenommen haben, und ob wir dabei gute oder schlechte Zeiten hatten.
Es gab ja auch schon Trennungsgerüchte um Depeche Mode. Die Platte ist aber nicht als eine Art Abschied gemeint, oder?
Es könnte sein. Aber es ist nicht geplant. Man weiß nie, was in der Zukunft passiert. Wir haben gerade eine erfolgreiche Tour gespielt und wollen ein neues Album veröffentlichen. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren, als wir "Playing the Angel" aufnahmen, war die Stimmung in der Band so gut wie nie.
Haben Sie denn schon mal ans Aufhören gedacht?
Als wir angefangen haben, dachten wir, es würde uns nur ein paar Jahre geben. Die meisten Bands gibt es nur für zwei oder drei Jahre.
Wollen Sie mit den Rolling Stones konkurrieren?
Noch liegen wir vom Alter rund 20 Jahre zurück. Ich glaube, ich will mit 60 oder 65 Jahren nicht mehr auf Tour sein. Aber das Musikgeschäft ist manchmal etwas komisch.
Haben Sie in den rund 25 Jahren Bandgeschichte mal gedacht, dass Sie Ihre Bandkollegen nicht mehr sehen können?
Ja, davon gab es viele Momente. Vor allem während der Drogenjahre war die Atmosphäre in der Band schlecht. Aber wir sind auch eine unheimlich starke Band. Wir kommen aus der gleichen Stadt, haben den gleichen Hintergrund, den gleichen Humor. Das ist einer der Gründe, warum wir es geschafft haben, die schlechten Zeiten zu überstehen. Und im Moment tut es sehr gut, bei Depeche Mode zu sein.
Gefunden im Delle101 Forum
Orginalquelle: http://www.zeit.de/news/artikel/2006/11/06/79661.xml
"Wir haben es überlebt"
Quelle: http://www.wams.de/data/2005/10/02/783677.html
25 Jahre Depeche Mode: Ein GesprÄch mit Martin L. Gore über die Vorteile von Privatjets, Größenwahn und die Drogenprobleme seines Bandkollegen Dave Gahan
Er ist der Mann mit dem seltsamen Haarschnitt. Für seine Band Depeche Mode schreibt Martin L. Gore, 45, seit einem viertel Jahrhundert die Songs - mit enormem Erfolg. RegelmÄßige Tourneen durch ausverkaufte Stadien hinterließen aber auch Scharten: Drogen, Depressionen und Entfremdung brachten die Band an den Rand eines Zusammenbruchs, SÄnger Dave Gahan versuchte gar, sich das Leben zu nehmen.
Martin L. Gore sitzt wie verloren auf einem Leder-Chrom-Sofa in der gigantischen PrÄsidenten-Suite eines Berliner Luxus-Hotels. Der Raum ist abgedunkelt, Gore trÄgt Schwarz, selbst seine FingernÄgel sind schwarz lackiert, vor ihm ein Glas Ginger Ale.
Welt am Sonntag: Mr. Gore, seit es Depeche Mode gibt, schreiben Sie Ihrem SÄnger Dave Gahan Songs auf den geschundenen Leib. Versuchen Sie sich in ihn hineinzuversetzen - oder ist er Ihr Medium?
Depeche Mode
Das ist Demokratie [23.09.05]
Quelle: http://www.intro.de/musik/magazin/1127487062
Interview: Jürgen Dobelmann / Thomas Venker // Text: Jürgen Dobelmann // Foto: Anton Corbijn
Langweilig wird es nie. Mehr als zwei Jahrzehnte funktionierten Depeche Mode als profitable Produktions- und Performance-Unit für die Songs ihres Masterminds Martin L. Gore.
Mit dem neuen Album "Playing The Angel" endet die musikalische Autokratie des 44-JÄhrigen, der sich letzten Endes dem (öffentlichen) Druck des musisch unterforderten Frontmanns Dave Gahan beugen musste, der sich partout nicht mehr damit zufrieden geben wollte, als charismatischer Interpret und EintÄnzer der Goreschen Kompositionskunst in die Musikgeschichte einzugehen. Das Ende der Ära der Top-Down-Entscheidungen kommentierte der partiell Entmachtete mit einem gefassten "ich hatte zu akzeptieren, dass ich ZugestÄndnisse machen musste, wenn Depeche Mode als Band weitermachen sollten", als wir ihn und Keyboarder Andrew Fletcher in der vierten Woche ihrer Promotion-Weltreise - kurz vor Beginn einer zweijÄhrigen Welt-Tournee - im Berliner Hyatt Hotel antrafen.
Habt ihr euch schon mal gefragt, ob es nicht auch ohne Interviews und Promotion ginge? Bei den vielen Depeche-Mode-Fans da draußen würdet ihr doch bestimmt genau so viele Platten verkaufen.
Martin Gore: Wir haben sicher eine ziemlich große Fanbase. Aber es ist doch immer wieder schön, neue Hörer auf unsere Musik aufmerksam zu machen, ein jüngeres Publikum vielleicht. Man kann sich ja nicht darauf verlassen, dass die alten Fans immer da sind.
Andrew Fletcher: Wir wollen, dass sich auch andere Leute unsere Musik anhören. Promotion ist für uns ja auch nichts Ungewöhnliches mehr. Wir machen es schließlich schon seit 25 Jahren. Du bringst eine Platte raus, und du willst sie promoten. Zugegeben: Promotion ist nicht das Angenehmste an diesem Job. Das Beste ist ganz offensichtlich, eine Platte zu machen. Etwas zu erschaffen, wo vorher nichts war. Und Konzerte zu geben natürlich.
Habt ihr eigentlich immer noch Bock auf diese Endlos-Tourneen? Ihr könntet doch einfach sagen: Wir spielen zwei Gigs in Deutschland und zwei in Japan, zwei in den USA ...
Good news for Depeche Mode fans, as the promotion rolls on for their upcoming album, "Playing The Angel". In an interview given Monday, Dave Gahan explained that being in Depeche Mode is better than it has been for the past 15 years and that this is the first time since the mid-eighties that he is certain that Depeche Mode will make another record. And it seems he actually means it.
Dave, who's debuting as a songwriter for Depeche Mode with three songs on the new album, co-wrote his contributions with Mode's drummer-for-hire, Christian Eigner. Mute boss, Daniel Miller had flown to New York last year, and heard Dave's tapes and liked them, unlike "Paper Monsters", which Dave says Daniel "had a hard time with"... then it was decided that the album would have three Dave songs and the rest will come from Martin.
Together, the pair of them had written 15 songs, from which producer Ben Hillier chose the three that fit the album the best. Unlike previous producers, Hillier is not a fan of Depeche Mode by any means. Until his involvement with "Playing The Angel", Hillier had never heard any Depeche Mode album all the way through. And, with the exception of "Playing The Angel", he propably still hasn't. Before the sessions started Hillier was sent a package with the entire Mode catalogue - a package, he revealed as the sessions drew to a close, he had barely bothered to open...
Rather than taking this as an insult, Dave puts a positive spin on it. Hillier's apparant unfamiliarity with Depeche meant that he didn't have any pre-conceived notion of what a Depeche Mode record should sound like, something that might have been a disadvantage to their last two records, both produces by self-proclaimed Mode fans. Looking back, Gahan is far from pleased with the results of their collaboration with the two previous producers. Dave said that during the Exciter sessions Mark Bell just tinkered with computer in the corner, Fletch read magazines, Martin was more interested in making dj tapes in the another room than his own album and Dave was just bored out of his mind. He feels that Ultra and Exciter were the best albums they could do at that given time, but now, looking back, both albums give the impression of a three-legged-dog, ie. stumbling quite a lot, but still getting there at the end.
Now he feels that Hillier really became the fourth leg for them to stand on. Hillier is an old-school coach-type producer who pushes the band. "It came as a shock to Ben, how little we usually do in the studio," explains Dave. So Hillier forced the band to be more active, and created an atmosphere in which all parties were invited to let ideas flow and contribute to the mood.
Words by Eldritch / edited by Peter
/ weitergeleitet by Dan
Björn:
Dies ist bereits die zweite U2-Ausstellung in Deutschland in kurzer Zeit, hast Du das Gefühl, dass Du hier mit Deiner Kunst gerade besonders gut ankommst?
Anton:
Nun ja, die Idee mit den Ausstellungen stammt eigentlich von Bono, der mich letztes Jahr fragte ob ich nicht ein paar kleine Ausstellungen zum Buch und wÄhrend der Konzerte machen wolle. Deshalb habe ich dann eine in Amsterdam, in Berlin und jetzt hier in München gemacht. Und ich werde vielleicht noch eine in New York machen. Aber das ist sehr viel Arbeit. Auf der anderen Seite erreiche ich damit eine ganz andere Zielgruppe, nicht so sehr die Photoliebhaber - mehr die U2-Fans. Eben nicht meine normalen Besucher und somit sind die Ausstellungen weniger für mich und mehr für U2.
Björn:
Wo genau ist der Unterschied?
Anton:
Ich habe ein ziemlich breit gefÄchertes Publikum, die sehr an meiner Kunst an sich interessiert ist und weniger daran wer auf dem Photo zu sehen ist. Letzteres wollte ich immer vermeiden. Ich denke also, dass ich ein recht intelligentes Publikum habe, welches gern hinter meine Arbeit, hinter die Person auf dem Photo schaut und darauf achtet wie das Photo aufgenommen ist. Bei Fans ist das meistens anders: für sie ist es wichtig wer auf dem Photo zu sehen ist.
Björn:
Widerspricht es dann nicht der Idee ein solches Buch zu machen?
Anton:
Nein, das ist eine andere Sache. Das Buch behandelt eine sehr persönliche Reise und zudem die einzigartige Weise wie U2 und ich zusammenarbeiten. Eine Art, die ich bisher bei keiner anderen Band und keinem anderen Photographen so gesehen habe. Vor diesem Hintergrund hatte ich das Gefühl, dass ich das zeigen muss: diese unglaublich lange Zusammenarbeit und all die Dinge, die wir in dieser Zeit erreicht haben. Und ich wollte das nicht in kleinen Teilen, sondern als Gesamtheit zeigen - eben als Reise, die wir zusammen unternommen haben.
Björn:
Im Buch schreibst du, dass diese Reise auch zu einer Freundschaft zwischen dir und der Band geführt hat. Aber Ihr arbeitet auch weiterhin zusammen - ist das nicht manchmal schwierig?
Quelle: http://www.einslive.de/diemusik/dasinterview/_depeche_mode.phtml
gefunden von: Phantomaz
Im Text bei einslive findet ihr noch Audiostreams dazu. Nettes Interview und die Fragen sicher besser als auf der ganzen PK.
Will ja nicht den Spaß verderben, aber wer es überließt... DM nannte den 29. Mai 1980 als sozusagen Gründungsdatum bzw. ihr erster gemeinsamer Auftritt. Also wird es wohl auf dem Datum festgemacht werden.
Zum Abspielen der Audiofiles benötigt ihr den RealPlayer.
Bei einer Pressekonferenz vor 100 Journalisten und 500 Fans in der Düsseldorfer Arena gaben Depeche Mode am 16. Juni 2005 die Daten ihrer kommenden Deutschland-Tournee bekannt. Anschließend nahmen sich Keyboarder und Gitarrist Martin Gore und SÄnger Dave Gahan noch Zeit für einen kurzen Eins Live-Talk.
Eins Live: Im Gegensatz zur Pressekonferenz wirkt ihr schon viel gelöster. Wieviel Anspannung und NervositÄt sind bei solchen Veranstaltungen im Spiel? Schließlich müsstet ihr nach 25 Jahren doch lÄngst daran gewöhnt sein ...
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Source:
http://www.einslive.de/diemusik/dasinterview/_depeche_mode.phtml
found by: Phantomaz
In the text at einslive there you find some audiostreams. A nice interview and some better questions than these ones from the press conference.
I don´t want to cool ya down but this one who overread it ... DM named the 29th of Mai 1980 als the socalled founding date or better to say their first gig. So it needs to be this date.
To play these audio files u need RealPlayer.
DM published the tourdates of their forthcoming tour through germany at a press conference in front of 100 jounalists and 500 fans in the LTU Arena in Düsseldorf (G)at th 16th of June 2005.
After this keyboarder and guitarist Martin Gore and singer Dave Gahan found time for a short Eins Live talk.
Eins Live: U look a bit relaxter now than on the press conference. How much tension and nervousity do you feel in such situations? I mean afte 25 years in stage it should be easy to stand such situations....
Wie bist du auf die Idee gekommen, Platten aufzulegen?
Mit 17, 18 Jahre hatte ich bereits damit angefangen, aber als die Geschichte mit Depeche Mode losging, wieder damit aufgehört. Letztes Jahr hab ich vor und nach den Auftritten von Client, der Band auf meinem Label "Toast Hawaii", ein bisschen aufgelegt und wieder Spaß an der Sache gefunden. Es ist ein Hobby.
Was ist der Hauptunterschied zwischen einer Live-Performance mit Depeche Mode und einem DJ-Set?
Wenn ich einen Fehler bei Depeche Mode mache, merken das in der Regel nur die anderen Bandmitglieder. Als DJ bin ich alleine und das Publikum macht mich für jeden Fehler verantwortlich. Wenn du ein Konzert gibst, gehst Du um halb neun auf die Bühne und bist um elf fertig. Als DJ fÄngst du früh um zwei an und bist um fünf fertig. Was in meinem Alter nicht unbedingt leicht ist.
Dave Gahan hat vergangenes Jahr in Interviews ein paar irritierende Äußerungen zur Zukunft von Depeche Mode gemacht...
Hunde die bellen, beißen nicht. Dave betrachtet Interviews als Therapiestunden. Er hat einmal eine unschöne Sache über mich in einem englischen Magazin gesagt. Am nÄchsten Tag hat er mich angerufen und sich dafür entschuldigt und gesagt, alles sei nur ein Witz gewesen. Es gibt wenige Beispiele in der Popgeschichte, in denen der SÄnger einer großen Band als Solist erfolgreicher war als mit seiner Band - Phil Collins ist da sicher die Ausnahme. Mick Jagger hat es versucht und ist gescheitert. Dave könnte sicherlich auch eine erfolgreiche Solokarriere einschlagen, aber es ist eine andere Frage, ob die es wert wÄre, Depeche Mode aufs Spiel zu setzen. Und Dave weiß das auch.
Wie gehts weiter mit Depeche Mode?
Wir haben mindestens noch ein bis zwei Platten zu machen. Es gibt einige Schwierigkeiten beim nÄchsten Album zu lösen: Dave fÄngt an, Songs zu schreiben, Martin ist der Hauptsongwriter. Das wird mit Sicherheit Probleme geben. Aber es gibt immer Probleme in Bands. Glaub mir, wenn Leute eine Solokarriere anfangen, bekommen sie noch mehr Probleme. Es gibt Gründe, weshalb wir im Moment nicht im Studio sind. Aber das hat nichts mit Dave Gahan zu tun, oder mit der Beziehung der Bandmitglieder untereinander. Es ist etwas Persönliches, über das ich jetzt nicht reden will. Wir werden aber in ein, zwei Monaten ins Studio gehen.
Warum hast du noch kein Soloalbum aufgenommen?
Weil ich meine Grenzen kenne. Ich bin ein ganz ordentlicher Musiker, aber ich bin kein guter Songwriter. Wenn das neue Depeche Mode Album fertig ist, werde ich vielleicht ein paar Maxis veröffentlichen. Aber nicht unter meinem Namen. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik.
gefunden von: Harvey63
Quelle: http://www.pagandance.de/
Dave Gahan auf Ego-Trip
Depeche-Mode-SÄnger veröffentlicht erstes Solo-Album
Nach über 20 Jahren als SÄnger von Depeche Mode wagt Dave Gahan den Schritt in eine neue Richtung. Anstatt die Stücke von Songwriter Martin Gore zu interpretieren, veröffentlicht der Frontmann der britischen Kultgruppe am 2. Juni sein erstes Solo-Album "Paper Monsters" - eine Mischung aus Trip Hop, Electro, Blues und Rock´n´Roll. Bevor es in den nÄchsten Monaten auf Europa- und Nordamerika-Tour geht, war Dave Anfang April für ein paar Tage in Deutschland, um sein Album zu promoten. Zusammen mit Martin Menze (E-lectric), Ingo Möller (Re-flexion) und Michael Spenst (Synthetics) hatte ich die Gelegenheit zu einem so genannten Round-Table-Interview im Hamburger Hyatt-Hotel.
Wie lange hast Du an Deinem ersten Solo-Album gearbeitet?
Dave Gahan: Die Songs von "Paper Monsters" entstanden über einem langen Zeitraum hinweg. WÄhrend Knox und ich die Songs schrieben, begannen wir immer früh morgens und arbeiteten bis spÄt in die Nacht hinein. Es war uns wichtig, ausdruckstarke und zugleich auch emotionale Stücke zu schreiben. Dabei standen immer die Ideen hinter den Songs im Vordergrund. Wir wollten nicht so sehr über die technischen Dinge nachdenken. Das sollte ein Produzent übernehmen. Wir wollten einfach Songs schreiben. Da alles sehr spontan geschah, dauerte es entsprechend lange. Los ging es 1998 nach der "Singles"-Tour mit Depeche Mode, als ich wieder in New York war. Die meisten Songs entstanden dann im Sommer 1999, einige aber auch erst ein paar Monate spÄter mit dem Beginn der "Exciter"-Produktion.
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"Nur ein Teil von mir gehört zu Depeche Mode"
Martin Gore über seine Solokarriere, die Angst vor langen Tourneen und die Zukunft von Depeche Mode.
Für die britische Kultband Depeche Mode schrieb Martin Gore Welthits wie "Enjoy The Silence", "Never Let Me Down Again" oder "Everything Counts". Dass der Songwriter auch auf Solopfaden schreitet, wissen indes nur die Fans. Am Montag, den 17. November, erscheint seine neue "Loverman EP", die neben Remixen auch Live-Versionen der vergangenen Tour enthÄlt. In diesem Interview spricht der Musiker über seine Solo-Karriere, die Angst vor langen Tourneen und die Zukunft von Depeche Mode.
Dein Solo-Album "Counterfeit 2" erschien vor einigen Monaten. Bist Du zufrieden mit dem Erfolg?
Martin Gore: Ja klar, denn bei dem Album ging es nicht darum, einen möglichst großen kommerziellen Erfolg zu erzielen. Als "Counterfeit 2" dann erschien, ist niemand von einem gewaltigen Charterfolg ausgegangen. Dafür war es jedoch ganz beachtlich.
Die "Loverman EP" ist die zweite Single-Veröffentlichung aus dem Album. Warum dieser Song?
Martin: Wie schon angedeutet, waren mir kommerzielle Aspekte bei der Produktion von "Counterfeit 2" nicht wichtig. Trotzdem dachte ich, dass "Loverman" der am besten als Single geeignete Song des Albums ist - mit der größten Wahrscheinlichkeit, im Radio gespielt zu werden. Aus dieser Sicht war "Loverman" meiner erste Wahl für die erste Single. Aber Daniel Miller, Chef und Gründer von Mute Records, überzeugt mich. Er war der Meinung, dass "Loverman" nicht das gesamte Album reprÄsentiert. Und dass der Song "Stardust" dies besser als erste Single kann.
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Ich weiss nicht, was ich sagen soll
Das ist alles so arg und ich kann das nicht einfach so und überhaupt. Egal: also eh klar, dass ich da aufgeregt war und mich gefreut habe, wie ein ..., wie ein ... - mirdochwurscht.
Ich hab' mich ure gefreut, dass Dave Gahan in Wien spielt, weil ich ihn ja noch von Depeche Mode kenne und die mag ich ja auch sehr und vor ein paar Wochen habe ich mit ihm ein Telefon Interview gemacht und danach war ich überzeugt, dass er von Jahr zu Jahr netter wird und einfach ein super Typ ist. Ist er wahrscheinlich auch. Jedenfalls wollte ich ein Interview machen gestern. Also für die "Sendung ohne Namen" im Fernsehen (Donnerstag Nacht).
Ich steh' da also herum im Backstage-Bereich vom Gasometer. Mit David Pfister (FM4), Plattenfirmen-Menschen und FreundInnen.
Ui, da is' einer schlecht gelaunt
Dann heisst es, das Interview ist nicht wie ursprünglich vereinbart zwanzig Minuten, sondern nur zehn Minuten lang. Und nicht fürs Fernsehen allein, sondern TV und Radio in einem. Das ist nicht schlimm, das macht mir nichts und ich freu' mich immer noch.
Dann heisst es, das Interview schiebt sich nach hinten, und man hört den Grund: Dave Gahan telefoniert sehr engagiert und emotionell. Alle tuscheln, und der große Alex, der Security macht und sehr groß ist (englisch: "big"), raunt jemandem ins Ohr: "Ich war schon zweimal mit Depeche auf Tour, aber so hat er sich noch nie aufgeführt".
Dann kommt der Tourmanager 'rein und sagt, man solle in eigenem Interesse keine Fragen zu Depeche Mode stellen. Nur zu Dave und seiner Soloplatte. Nochmal: Keine Fragen zu Depeche Mode. Bitte, ihr könnt es ruhig probieren, aber in eurem eigenen Interesse: Keine Fragen zu Depeche Mode, nur zu Daves Platte, "paper monsters".
So, dann kommt Dave endlich in das KÄmmerchen, in dem wir warten, ihm zu huldigen.
Er ist nicht gut gelaunt. Vielleicht war der Empfang von seinem Handy sehr schlecht. Oder seine Frau hat absichtlich sehr leise gesprochen, damit er sie nicht versteht. Vielleicht hat er auch ein Wurstbrot gegessen und es hat ihm nicht geschmeckt, weil sich die Wurst nicht vorgestellt hat. Keine Ahnung.
Dave kommt herein, setzt sich hin, murmelt, er wolle nur und ausschließlich über Musik reden und wir hÄtten zehn Minuten. "Go", so lautet sein Befehl in fließendem Englisch.
Na gut, das mit dem Nur-über-Musik-reden könnte schwierig sein, für die "Sendung ohne Namen", die sich nicht a priori mit Musik per se befasst (nur falls wer glaubt, ich kann nicht zwei lateinische Fremdworte in einem Satz unterbringen. Liebe Grüße an Albert).
Ich erklÄre Herrn Gahan wortreich das Konzept und die Aussage der Sendung. Er meint darauf, er wolle keinen "Teenie" Schas machen.
Naja, die "Sendung ohne Namen" ist keine Teenie-Sendung in dem Sinn und da müssen wir jetzt durch, sorry. Die erste Frage handelt von Geld und was man sich davon kaufen kann und was nicht. Sehr philosophisch und der Sendung würdig. Vielleicht war die Ausführung missverstÄndlich. Als nicht kÄuflich setzte ich Schönheit und Intelligenz voraus und fragte, ob er denn lieber ugly oder stupid wÄre, hÄtte er die Wahl. Sagt er doch: "next question".
Is' ok, die nÄchste Frage weiß ich nimmer, jedenfalls hat er dann gesagt, er ist 42 und zu alt für so einen Blödsinn und er ist ja nicht der Robbie Williams. Dann ist er aufgestanden und rausgegangen. Schade, es hÄtte noch sehr interessant für ihn werden können.
Das Konzert war super
Aus mehreren Gründen: Der Dave Gahan hat sich endlich wieder so aufgeführt wie bei alten Depeche Mode Tourneen und ist nicht wie angewurzelt rumgestanden (wie er das auch schon öfters gemacht hat letztlich). Die Lieder von seiner eigenen Platte hat er auch gesungen, aber nicht sehr viel und nicht sehr lange. Wirklich ausgeflippt sind alle in der Halle (Ein Reim! Wie schön ...) wie er von "Walking In My Shoes" über "Never Let Me Down", "Policy of Truth" und "Enjoy The Silence" praktisch mehr Depeche Mode Nummern gespielt hat als auf jedem Depeche Mode Konzert. Die gute Laune der Menschen hat ihm sichtlich gefallen und er hat sich ausgiebig feiern lassen. Sogar ein Zugaben-Set in Akustik-Besetzung wurde gegeben und man hörte ein "just can't get enough".
Das ist nicht nur Depeche Mode, sondern sogar Vince Clarke 1980. Wie man da den Nerv haben kann, zu verlangen, man wolle nicht über Depeche Mode reden, finde ich lustig aber nicht verstÄndlich. Das ist wie wenn Gabriele Kerner mit "99 Luftballons" auf Tour geht und meint, sie wolle nicht über Nena sprechen.
Aber wie gesagt: Ich glaube, er war nur schlecht gelaunt. Vielleicht auch zu lange auf oder so. Und die Tour ist sicher auch anstrengend.
Wahre Freunde
Wir sind dann zu viert beim Bier und dem einen Spritzer gestanden und sind zu dem Schluss gekommen, dass das eigentlich eh to-tal super vom Gahan war, das Interview abzubrechen, weil das ure ehrlich war und viel besser, als sich zu verstellen und er ist ja schliesslich auch nur ein Mensch und bis jetzt war er immer super nett und das Konzert war wirklich super. Hoffentlich geht's ihm eh gut!
thx an sralfalo fürs finden des berichtes