Unterschiede der Antriebstypen
Prinzipiell liegt der Unterschied darin das ein Frontantrieb gezogen, ein Heckantrieb wird geschoben. Dadurch entstehen unterschiedliche Fahrphysiken bzw. haben beide Vor- und Nachteile, hier wird mehr auf die Rennspezifischen Merkmale eingegangen.
Frontantrieb
+ Gleichmäßigeres Fahrverhalten in Kurvenein- und Ausfahrt
+ Im Gegensatz zum Heckantrieb bleibt bei Gewichtsverlust die Traktion im Rennverlauf stabiler
+ Durch den Vortrieb sind Bodenwellen/Curbs besser zu beherrschen
+ Schiebt "nur" über die Forderachse, ist so fahrtechnisch besser zu beherrschen.
+ gutmütigeres Fahrverhalten, Fehler sind leichter aus zu bügeln.
+ Kann mit höherer Vorspannung gefahren werden, dadurch hebt sich die frühere Beschleunigung das Heckantriebs an einem gewissen Punkt auf und kann auf Geraden zum Vorteil werden (relativ)
- Vorderreifen werden übermäßig beansprucht, hinteren Reifen erreichen meist keine volle Temperatur
- Im Rennverlauf steigt das Untersteuern an, Bremswege müssen mehr als beim Heckantrieb nach hinten gesetzt werden
- Kann später Gas geben als ein Heckantrieb
Heckantrieb
+ bessere Gewichtsverteilung, bessere Abstimmung möglich
+ Durch Vortrieb erreicht er eine bessere Traktion
+ Durch gezieltes Gas geben kann Untersteuern in übersteuern beeinflusst werden
+ ermöglicht kleineren Kurvenradius
+ Durch die schiebende Kraft mehr Anpressdruck, dadurch besser Traktion bei der Beschleunigung
+ Motorbremswirkung kann besser genutzt werden
+ Belastung der Reifen ist gleichmäßiger verteilt
- Traktionsverlust im Rennverlauf stärker, somit schnellerer Wechsel (schwereres Beherrschen) von Unter- in übersteuern
- Vorteil der Kurvenbeschleunigung geht in der Renndistanz verloren
- Bodenwellen und Curbs bringen einen Heckantrieb eher zu Drehern
Auswirkungen Praxis
Fast man diese Punkte in einen Text zusammen liegen Renntechnisch gesehen theoretisch die Vorteile bei dem Heckantrieb. Ein Frontantrieb ist in der Kurvenfahrphysik eingeschränkt, da er immer das Bestreben hat, nach aussen zu ziehen. Es spielt dabei keine Rolle ob es um die Kurvenein- oder Ausfahrt geht.
Unterschiedliche Kurventypen spielen die einzelnen Unterschiede aber gegeneinander aus. Daraus ergibt sich dann auch eine Logik beim Setupbau, da man auf die unterschiedlichen Vor- und Nachteile der Antriebstypen eingeht und diese einstellt.
Umsetzung
Es taucht immer wieder die Frage auf, ja was muss ich denn nun einstellen oder berücksichtigen, die Frage muß aber eher lauten, was macht mein Auto und wie kann ich das ändern. Wenn man so an an den Setupbau geht wird man schneller zur Lösung kommen.
Grundlage ist das theoretische Wissen über die Vor- und Nachteile eines jeden Antriebstypen, die Fahrphysik und das Verständniss der einzelnen Kurventypen sowie der nicht unerhebliche Punkt des Fahrstiles selbst. Nimmt man dieses Wissen mit der Setupreferenz zusammen kann man seine nötigen Einstellungen vornehmen.
Vereinfacht ausgedrückt muss ich einen Frontantrieb dazu bringen das er besser einlenkt, einen Heckantrieb dazu das die Front der Heckkraft entgegenwirkt bzw. Stabilität verleiht.
Die Einstellung des Differentials ist bei einem Heckantrieb von größerer Bedeutung, da hier blockierende/durchdrehende Räder stärker ins Fahrverhalten eingreifen. Gerade im Rennsetup sollte man bedenken das die Traktion durch den Reifenverscherleiß stärker nachlässt. Die meisten Fahrer passen das der Fahrweise an ohne grunglegend beim Setup Änderungen vor zu nehmen bzw. wählen ein eher konservatives Differential.
Die Vor- und Nachspur (link vorspur) unterscheiden sich wesentlich, die Werte im allg. Standardsetup sollten aber stimmen bzw. Werte kontrollieren.